Ausstellung in Koperation mit der in focus Galerie Burkhard Arnold, Köln
The Day May Break ist eine fortlaufende globale Serie, die Menschen und Tiere porträtiert, die von Umweltzerstörung und Klimawandel betroffen sind. Kapitel eins wurde 2020 in Simbabwe und Kenia fotografiert, Kapitel zwei 2022 in Bolivien. Die Menschen auf den Fotos sind alle stark vom Klimawandel betroffen, von extremen Dürren bis hin zu Überschwemmungen, die ihre Häuser und Lebensgrundlagen zerstört haben. Die Fotos wurden in verschiedenen Auffangstationen und Naturschutzgebieten aufgenommen. Bei den Tieren handelt es sich fast ausnahmslos um Langzeit-Rettungstiere, die von der Zerstörung ihres Lebensraums bis hin zum Handel mit Wildtieren alles erlebt haben. Diese Tiere können niemals wieder in die freie Wildbahn entlassen werden. Daher sind sie fast alle an den Menschen gewöhnt, so dass es für fremde Menschen ungefährlich war, sich ihnen zu nähern und sie zur gleichen Zeit im gleichen Bild zu fotografieren. Der Nebel ist ein Symbol für eine natürliche Welt, die jetzt schnell aus dem Blickfeld verschwindet. Er wird von Nebelmaschinen vor Ort erzeugt und ist auch ein Echo des Rauchs der Waldbrände, die durch den Klimawandel verstärkt werden und weite Teile unseres Planeten verwüsten. Doch trotz ihres Verlustes sind diese Menschen und Tiere die Überlebenden. Und darin liegt noch eine Möglichkeit.
„Ein bahnbrechendes Werk von einem der großen Umweltschützer der Fotografie. Brandt zeigt, wie eng unsere Schicksale miteinander verwoben sind. Er porträtiert Menschen und Tiere gemeinsam und bringt uns dazu, über die realen Folgen des Klimawandels nachzudenken. Indem er seine Empörung in stille Entschlossenheit kanalisiert, entsteht ein Porträt von uns allen in einem kritischen Moment des Anthropozäns.“ (Phillip Prodger, Kurator, Autor, Fotohistoriker, ehemaliger Leiter der Fotografien in der National Portrait Gallery, London)
SINK / RISE, das dritte Kapitel von The Day May Break, befasst sich mit den Bewohnern der südpazifischen Inseln, die vom Anstieg der Ozeane infolge des Klimawandels betroffen sind. Die Einheimischen auf diesen Fotos, die im Meer vor der Küste der Fidschi-Inseln unter Wasser aufgenommen wurden, stehen stellvertretend für die vielen Menschen, deren Häuser, Land und Lebensgrundlagen in den kommenden Jahrzehnten durch den Anstieg des Wassers verloren gehen werden. Alles wurde mit der Kamera unter Wasser aufgenommen. „Obwohl sie sich mehrere Meter unter der Wasseroberfläche befinden, schweben oder schwimmen die
Motive (in Kapitel 3 - Sink/Rise) von Brandts faszinierenden Fotografien nicht. Unglaublicherweise sitzen sie auf Sofas, stehen auf Stühlen, benutzen Wippen und posieren so, wie sie es auch an Land tun würden. Der Effekt ist jenseitig, als ob die vertrauten Gesetze der Physik in dieser seltsamen Grenzzone zwischen Land und Meer zum Stillstand gekommen sind. Trotz der surrealen, halbtheatralischen Kulissen, in denen sich diese Porträts abspielen, sind Brandts Bilder direkt, unaufgeregt und frei von Ablenkungen. Diese Kombination aus ehrgeiziger Fantasie und exquisiter Zurückhaltung ist ein Markenzeichen von Brandts Werk, das nur selten zu sehen ist.
Die Fotografien von SINK / RISE sind bemerkenswert in ihrer Fähigkeit, gleichzeitig zugänglich und rätselhaft, politisch und inklusiv zu sein. Sie laden uns ein, zu verweilen, genauer hinzusehen und tiefer zu gehen. Bei jeder Wiederkehr gibt es etwas Neues zu entdecken - in den Bildern oder in uns selbst.“ (Auszüge aus dem Vorwort zum Buch Kapitel 3, Sink/Rise der Kunstschriftstellerin Zoe Lescaze.)
"Nick Brandt ist ein Künstler und Zeuge, der düstere und verzweifelte Schicksale aufgreift und sie durch ein Geheimnis und eine Alchemie in eine Geste von ergreifender und schmerzhafter Schönheit verwandelt." (Yvonne Adhiambo Owuor, aus dem Vorwort von The Day May Break, Autorin von Dust und The Dragonfly Sea.)
Nick Brandt (britisch, geb. 1966) wurde in London, England, geboren und studierte Malerei und Film am Central Saint Martins College of Art and Design. 1992 zog Brandt nach Kalifornien und nahm erfolgreich an der Produktion von Musikvideos teil. Er hat mit namhaften Musikern wie Michael Jackson, Jewel und Moby gearbeitet. Bei einem Dreh von Michael Jacksons Earth Song in Tansania 1995 war Brandt von der Schönheit der Tiere Ostafrikas begeistert. Nach diesem Shooting drückte er seine Begeisterung für diese Tiere im Film aus. Im Jahr 2000 nahm er an einem Projekt teil, das sich mit der ostafrikanischen Landschaft befasste. Brandt verwendet kaum Zoom-Objektive, denn er ist der Meinung, dass er die Persönlichkeit der Tiere nur aus der Nähe erfassen kann.
Eintritt 4 €, Jugendliche bis 16 Jahren frei
Ausstellung in Koperation mit der in focus Galerie Burkhard Arnold, Köln
Tiere als Spiegel, Sinnbild und Gegenüber – eine Ausstellung über die vielfältigen Beziehungen zwischen Mensch und Tier in der Fotografie des 20. und 21. Jahrhunderts.
Die Ausstellung „Zwischen Blick und Begegnung – Tiere in der zeitgenössischen Fotografie“ widmet sich der faszinierenden Rolle, die Tiere in der modernen und zeitgenössischen Fotografie spielen. Im Fokus steht die Frage, wie Fotografen das Verhältnis zwischen Mensch und Tier ins Bild setzen – als Ausdruck von Nähe, Respekt, Komik oder Verletzlichkeit.
Zu sehen sind Werke renommierter Künstlerinnen und Künstler wie z.B. Louis Stettner, Willy Ronis, Sabine Weiss, Elliott Erwitt, Ulrich Mack, Vincent Munier, David Hockney, Gilbert Garcin und Thomas Höpker als auch engagierte aufstrebende Künstler wie Alfons Alt, Herbert Döring-Spengler, Leila Jeffreys oder William Ropp. Ihre Fotografien spannen einen Bogen von den poetischen Straßenszenen der Nachkriegszeit bis hin zu eindringlichen Umweltthemen unserer Gegenwart.
In den humanistischen Bildwelten von Stettner, Ronis und Weiss sowie in den Fotografien von Bruce Davidson, Karin Szekessy und Obi Oberholzer werden Tiere als selbstverständliche Begleiter im urbanen Alltag gezeigt – vertraute Wesen, eingebunden in das soziale Leben der Menschen. Elliott Erwitt setzt dem mit seinem unverwechselbaren Humor eine ironische Note entgegen und zeigt Hunde und ihre Halter in pointierten Gegenüberstellungen, die das Wechselspiel von Ähnlichkeit und Differenz auf den Punkt bringen.
Einen anderen Zugang wählt Ulrich Mack mit seiner Serie „Wildpferde“ in Kenia. In den dynamischen Aufnahmen frei lebender Tiere, wird Bewegung zu einem Symbol von Kraft, Ursprünglichkeit und Freiheit, die jedoch nur von realtiv kurzer Dauer ist, bis die Pferde vom Menschen gefangen werden.
Thomas Höpker, Ben J. Fernandez und Peter Schudel schließlich lenken den Blick auf die kulturellen und gesellschaftlichen Räume, in denen Tiere den Menschen begegnen – auf Märkten, in Städten, in alltäglichen und rituellen Zusammenhängen.
„Zwischen Blick und Begegnung“ ist damit weit mehr als eine Ausstellung über Tiere: Sie ist eine Reflexion über die gemeinsame Existenz von Mensch und Tier, über Achtsamkeit, Projektion und Verantwortung. Die Fotografien eröffnen einen Dialog zwischen Beobachtung und Empathie – und fordern dazu auf, den eigenen Blick auf das Tier, und damit auch auf uns selbst, neu zu entdecken.
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