21.08. - 11.10.2026
Der hohe Norden Europas gilt als eine der letzten Landschaften, die das Versprechen des Unberührten noch einzulösen scheinen. Vom 21. August bis zum 11. Oktober 2026 zeigt die Städtische Galerie Iserlohn unter dem Titel „Skandinavien. Unberührte Wildnis“ Naturfotografien des Fotografenpaares Florian und Lisa Marie Smit – Bilder von Gletschern, Fjellebenen und mystischen Wäldern Norwegens und Schwedens, vor allem aber von jenen Tieren, die diese Weiten bewohnen: Moschusochsen, Rentiere und Polarfüchse.
Eine Reihe, die ein Publikum gefunden hat
Mit der Ausstellung setzt die Städtische Galerie eine Linie fort, die sich in den vergangenen Jahren als eine der publikumswirksamsten ihres Programms erwiesen hat. Aus der Zusammenarbeit mit dem Stadtmuseum Schleswig sind Projekte mit international führenden Naturfotografen wie Jim Brandenburg, Art Wolfe und David Doubilet hervorgegangen. Das große Interesse an diesen Ausstellungen ist mehr als ein Programmerfolg – es spiegelt eine Sehnsucht wider: den Wunsch, einer Natur zu begegnen, die im Alltag immer weiter zurückweicht.
Suchen, was im Verborgenen liegt
Seit seiner Kindheit reist Florian Smit in den Norden; heute erkundet er die großen Nationalparks Skandinaviens gemeinsam mit seiner Frau Lisa, die die Reisen organisiert und begleitet. In über 300 Reisetagen sind die beiden den Landschaften zu allen Jahreszeiten nachgegangen. Ihre Bilder entstehen nicht im Vorübergehen, sondern aus Ausdauer und Wiederholung – aus dem stundenlangen Warten, bis ein Polarfuchs Vertrauen fasst, aus dem geduldigen Blick für das Kleine: Herbstlaub unter dem Eis zugefrorener Tümpel, Muster in meterdicken Eisschichten, Farbspiele in wind- und wettergeformtem Gestein.
Nicht das Aufsuchen immer neuer Schauplätze treibt die beiden an, sondern, wie sie selbst sagen, der Versuch, die Welt mit neuen Augen zu sehen. Genau darin liegt der fotografische Kern dieser Arbeiten – im Denken in Serien und im langen Hinsehen, das dem einzelnen Motiv erst seine Dichte gibt.
Ein Titel als Frage
Der Titel „Unberührte Wildnis“ ist zugleich Verheißung und offene Frage. Es gibt in Skandinavien kaum eine Landschaft, die nicht von Menschen mitgeprägt wäre – von jahrhundertealter Weidewirtschaft der Sámi bis zur Ordnung der Nationalparks. Die Bilder der Smits laden ein, dieser Spannung nachzugehen: Was zeigen Fotografien vom Unberührten in einem Zeitalter, das eben jene Natur bedrängt, nach der es sich sehnt? Die Ausstellung gibt darauf keine fertige Antwort – sie schärft den Blick für das, was auf dem Spiel steht.
Multivisionsschau am Samstag, 10. Oktober um 18 Uhr
Florian und Lisa Marie Smit sind bereits zuvor in Iserlohn zu Gast gewesen. Am 10. Oktober, zum Ende der Ausstellung, berichten sie in einer Multivisionsschau in der Städtischen Galerie persönlich von ihren Reisen, den Strapazen und der Geduld, die es braucht, um die Natur mit der Kamera als Bild zu gewinnen. Zur Ausstellung ist der Bildband „Skandinavien – unberührte Wildnis“ (200 Seiten, 148 Abbildungen) erhältlich.
Ausstellungsdaten
Laufzeit: 21. August bis 11. Oktober 2026
Ort: Städtische Galerie Iserlohn, Theodor-Heuss-Ring 24, 58636 Iserlohn
Eintritt: 4 Euro
Städtische Galerie Iserlohn · 30. Oktober 2026 – 14. Februar 2027
Eine Ausstellung in Kooperation mit Magnum Photos, Paris, und dem Stadtmuseum Schleswig
Mit Monument zeigt die Städtische Galerie Iserlohn erstmals in Deutschland eine große Werkschau des australischen Magnum-Fotografen Trent Parke (*1971). Die poetischen, düster-geheimnisvollen Bilder entstehen aus Parkes epischem Projekt, das 2023 als Buch erschien und weltweit für Aufsehen sorgte.
„Als ich nach Sydney zog, war mein erster Eindruck die schiere Menge an Menschen und die endlose Prozession von Büroangestellten, die auf dem Weg zur Arbeit oder nach Hause waren“, schreibt Parke über die Ursprünge der Serie. In der größten Stadt Australiens arbeitete er auf den Straßen, bewegte sich mit dem Strom der Pendler und steigerte seine fotografische Intensität, je näher die Rushhour rückte. Er folgte dem harten australischen Licht, das sich in die Spalten der Stadt senkte, von Asphalt und Fenstern reflektiert wurde und selbst die dunkelsten Räume erhellte.
So entstanden Aufnahmen, die die Menschen in Unschärfe zeigen – fragmentiert, gesichtslos und anonym. Wie in einem tranceähnlichen Zustand gehen sie Tag für Tag denselben Weg durch die Straßen der Stadt: verdammt wie Motten im Licht. Monument stellt der Sinnlosigkeit unserer Existenz die Unausweichlichkeit unseres Untergangs gegenüber – eine dystopische Vision, die den Science-Fiction-Filmen aus Parkes Jugend ebenso viel verdankt wie seinen fotografischen Experimenten in Sydney. Monument ist eine Elegie auf die moderne Zeit und den ewigen Kreislauf des Lebens.
Zum Künstler:
Trent Parke wurde 1971 geboren und wuchs in Newcastle, New South Wales, auf. Mit der Pentax Spotmatic seiner Mutter und der Waschküche der Familie als Dunkelkammer begann er im Alter von zwölf Jahren zu fotografieren. Er startete seine Karriere als Pressefotograf und wurde 2007 als erster Australier Vollmitglied von Magnum Photos. Obwohl im Dokumentarischen verwurzelt, bewegen sich seine Arbeiten zwischen Fiktion und Realität und behandeln Themen wie Identität, Ort und Familienleben. Parke wurde unter anderem mit vier World Press Photo Awards ausgezeichnet; seine Werke werden international ausgestellt und befinden sich in bedeutenden Sammlungen. Vor Monument (2023) veröffentlichte er acht Bildbände.
Die Städtische Galerie Iserlohn und das Stadtmuseum Schleswig setzen mit dieser Ausstellung ihre erfolgreiche Zusammenarbeit fort.
Abbildung: © Trent Parke / Magnum Photos
Ausstellungsdaten
Laufzeit: 30. Oktober 2026 bis 14. Februar 2027
Ort: Städtische Galerie Iserlohn, Theodor-Heuss-Ring 24, 58636 Iserlohn
Eintritt: 4 Euro