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Eine Ausstellung des Kreismuseums Peine in enger Kooperation mit dem Stadtmuseum Iserlohn

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Objekt des Monats Dezember

Mittelalterliche Prachthandschriften sind Unikate und in vielen Fällen historisch zu wertvoll, um öffentlich ausgestellt zu werden. Faksimiles sind bis ins winzigste Detail naturgetreue Nachbildungen dieser Kostbarkeiten und, ebenso wie die Originale, wertvoll und bei Sammlern hoch begehrt. Das Stadtmuseum Iserlohn stellt in regelmäßigen Abständen Faksimiles bedeutender mittelalterlicher Handschriften aus.

Eines dieser Faksimiles ist das handliche kleine Gebetbuch Karls V. (1500–1556). Als Jugendlicher nutzte der Habsburger, der ab 1516 König von Spanien und ab 1519 Kaiser des Heiligen Römischen Reiches war,  das Buch zwischen 1516 und 1519 zur inneren Andacht. Vermerke im Buch belegen, dass es vermutlich über Erzherzog Leopold Wilhelm (1614–1662) in den Besitz der Jesuiten in Wiener Neustadt kam (1670). Von dort wurde es 1809 mit vielen anderen Handschriften auf Befehl Napoleons nach Paris gebracht.

Auf fol. 107 v findet sich die hier abgebildete Miniatur. Sie präsentiert in ikonischer Weise die Geburt Jesu, wie sie in der abendländischen Kunst tausendfach dargestellt wurde. Ochs und Esel betrachten den auf Stroh gebetteten Neugeborenen. Maria, erkennbar an ihrem marienblauen Mantel über einem roten Kleid, kniet betend vor ihrem Sohn. Durch die offene Rückwand des Stalls erkennt der Betrachter in der sich meisterhaft verengenden Perspektive eine sich nähernde Person.

Die Meister, welche die Miniaturen in den Handschriften anfertigten, können oft nur durch die Schulen identifiziert werden, in denen sie ihr Handwerk lernten. Die Forschung gab dem anonymen Künstler dieses Gebetbuchs den Namen „Meister Karls V“. Typisch für ihn sind die feinen Farben, die er verwendete. Sie geben den Landschaften Tiefe, sorgen für eine diffuse Beleuchtung, welche Figuren ohne eigenen Schatten hervorbringt, und verleihen den Szenen eine unverwechselbare atmosphärische Stimmung.

Die kunstvoll gearbeiteten Initialen (Anfangsbuchstaben) verdienen besondere Beachtung. Maximal vier Zeilen hoch, meistens aber nicht über eine Zeilenhöhe hinausgehend, wurden sie als Schmuckelemente von einem eigenen Meister hergestellt, der mit dem Schreiber und dem Miniaturen-Maler eng zusammenarbeitete.

Vor der Erfindung des Buchdrucks und der Druckgraphik wurden mittelalterliche Bücher als Unikate hergestellt, einzeln abgeschrieben und aufwändig koloriert. Je prächtiger und kostbarer die Malereien in Büchern – auch Illuminationen genannt – desto bedeutender ihr Besitzer. Die farbigen Bilder dienten der sinnlichen Vertiefung des Textes und erhellten („illuminierten“) so auch den Geist des Lesers.

 

In drei markanten denkmalgeschützten Räumlichkeiten wird die vielfältige Kultur-, Industrie- und Stadtgeschichte Iserlohns hautnah erlebbar:

  • Eines der bedeutendsten Barockgebäude Iserlohns beherbergt das Stadtmuseum.
  • Der ehemalige Adelssitz Haus Letmathe präsentiert im Obergeschoss eine Ausstellung zur Alltags- und Handwerksgeschichte.
  • Die Historische Fabrikanlage Maste-Barendorf gilt mit dem Nadelmuseum und der Haarnadelfabrik als bedeutender industriekultureller Standort und ist zudem als Künstlerdorf weit über die Grenzen Iserlohns bekannt.

Weiterhin betreut das Stadtmuseum den ehemaligen Luftschutzstollen Altstadt am Fritz-Kühn-Platz, unterhalb der Obersten Stadtkirche.


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