Herzlich willkommen auf der Homepage der Städtischen Museen Iserlohn

Aktuell in Barendorf

Weihnachtliches Barendorf

3./4. Dezember 2022 von 12-19 Uhr
10./11. Dezember 2022 von 12-19 Uhr

Das Programm und weitere Informationen finden Sie hier.

 

Aktuell im Stadtmuseum

Mythos Diva
Der Glanz weiblicher Filmstars

16. September 2022 bis 26. Februar 2023

Weitere Informationen finden Sie hier.

Iserlohn: Objekte aus aller Welt?
Herkunft unter der Lupe

Was erzählen die Gegenstände über ihre Entstehungs- und Erwerbungszeit? Wie, wo und von wem wurden sie erworben?

Die digitale Ausstellung „‘Aus fremden Erdteilen. Geschenkt v. Söhnen der Heimat‘ - Objektwege nach Westfalen-Lippe“ nimmt museale Objekte aus außereuropäischen Kontexten unter die Lupe. Die Geschichten hinter Teilbeständen von vier Museen aus Westfalen-Lippe werden hier vorgestellt.

Gemeinsam mit den beteiligten Museen – Iserlohn, Menden, Lünen und Lemgo – wurden die Sammlungen auf außereuropäische Bestände untersucht. Die Objekt- und Sammler:innenbiografien zeigen, welche unterschiedlichen Wege museale Dinge zurücklegen und das selbst in kleineren Museen – abseits von Berlin, Köln, Hamburg oder München – Objekte zu finden sind, die mit kolonialen Kontexten in Zusammenhang stehen.

Aus Iserlohn werden Souvenirs des Patenschiffs der Stadt Iserlohn aus den 1950ern sowie ein Seidenstickbild, welches aus der Ostasiatika-Sammlung des ehemaligen Kapitänsleutnants Dietrich Görke stammt, gezeigt. Mit dem Patenschiff kamen unter anderem ein Trommler aus Haiti, eine kleine silberne Glocke und eine Silberschale aus Mexiko durch den Kapitän Erich Schwarzbürger in die Stadt Iserlohn. Das Seidenstickbild aus der Sammlung Dietrich Görke kam in den 1970ern in die Museumssammlung. Solche Stickereien waren beliebte Mitbringsel und sind zum Beispiel auch in Detmold und Hagen vorhanden.

Die digitale Ausstellung können Sie hier besuchen.

Objekt des Monats Dezember

Illustrierte Film-Bühne zu „Sissi“

In der Weihnachtszeit pflegen viele Familien beliebte Rituale und Traditionen. Ob alleine oder in großer Runde: Der Weihnachtsfilm, auf dem Sofa mit Keksen, Tee oder Glühwein genossen, gehört für viele zu den entspannenden Momenten der Feiertage. Weihnachtsfilme sprechen nostalgische Gefühle an und sind häufig an Märchen angelehnt, die die Flucht aus dem Alltag ermöglichen. 

Die Sissi-Trilogie von Ernst Marischka hat dabei über Jahre einen Kult-Status erlangt. Das kitschige Märchen von der liebreizenden Herzogstochter, die beim Angeln auf den österreichischen Kaiser trifft und ihn aus Liebe heiratet, ist so romantisch-verklärt wie historisch falsch. Der Historienfilm über die ehemalige Kaiserin von Österreich gehört heute zu den kommerziell erfolgreichsten deutschsprachigen Filmen überhaupt, rasch wurden zwei Fortsetzungen gedreht. Sissi machte die erst 16-jährige Romy Schneider, Tochter des Schauspielerpaars Wolf Albach-Retty und Magda Schneider, über Nacht zum Weltstar.

Unser Objekt des Monats Dezember ist daher die Illustrierte Film-Bühne Nr. 3548, ein vierseitiges Programmheft zum Film „Sissi, die junge Kaiserin“, Teil 2 der Trilogie. Der Farbfilm in Agfacolor wirbt mit dem Glanz vergangener kaiserlicher Pracht und dem zeitgenössischen Dilemma junger Ehen: Er arbeitet immerzu und hat keine Zeit für die junge Ehefrau. Der Film ist damit mehr ein Porträt der biederen 1950er Jahre als der 1850er. Die Freiheitsliebe der Titelheldin und ihre Konflikte mit der kaiserlichen Rolle sind in das Idealbild der deutschen Hausfrau eingewoben. Die Trilogie zeigt zarte Kritik am strengen Hofzeremoniell und verherrlicht das „deutsche Mädel“ aus Bayern: Die Film-Sissi möchte als Mutter ganz für ihre Kinder da sein (die echte Elisabeth zeigte an ihren ersten drei Kindern eigentlich gar kein Interesse) und für ihren Mann in einer einfachen Berghütte Hausmannskost zubereiten (Elisabeth litt zeitlebens unter Essstörungen und ließ sich ihre unterschiedlichen Paläste äußerst luxuriös ausstatten). Wahr ist hingegen, dass die Kaiserin naturverbunden war und geradezu exzessiv Sport betrieb.

Doch trotz dieses Wissens faszinieren die Sissi-Filme in ihrer verkitschten Erzählweise auch nachfolgende Generationen. Dass die Filme nicht unter ihrem reaktionär-biederen Tonfall erstarren, liegt dabei in erster Linie an Romy Schneider, die durch ihre Ausstrahlung und Präsenz die Filme in der so verhassten Hauptrolle trägt. Anstatt dem Rat ihres Stiefvaters zu folgen und einen vierten Sissi-Film zu drehen, bricht Romy Schneider aus dem behüteten Leben in Deutschland aus und sucht an der Seite von Alain Delon in Frankreich die Weiterentwicklung zur Charakterdarstellerin. Die deutschen Medien verzeihen ihrem Star den Weggang ins ehemalige Feindesland nicht, doch Schneider etabliert sich als bewunderte „Grande Dame“ des französischen Films. Sie starb viel zu früh mit 43 Jahren an Herzversagen.

Mehr über Romy Schneider gibt es in der aktuellen Sonderausstellung „Mythos Diva“ im Stadtmuseum zu sehen (bis 26. Februar 2023).

In drei markanten denkmalgeschützten Räumlichkeiten wird die vielfältige Kultur-, Industrie- und Stadtgeschichte Iserlohns hautnah erlebbar:

  • Eines der bedeutendsten Barockgebäude Iserlohns beherbergt das Stadtmuseum.
  • Der ehemalige Adelssitz Haus Letmathe präsentiert im Obergeschoss eine Ausstellung zur Alltags- und Handwerksgeschichte.
  • Die Historische Fabrikanlage Maste-Barendorf gilt mit dem Nadelmuseum und der Haarnadelfabrik als bedeutender industriekultureller Standort und ist zudem als Künstlerdorf weit über die Grenzen Iserlohns bekannt.

Weiterhin betreut das Stadtmuseum den ehemaligen Luftschutzstollen Altstadt am Fritz-Kühn-Platz, unterhalb der Obersten Stadtkirche.


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