Stadtmuseum Iserlohn

Herzlich willkommen auf der Homepage der Städtischen Museen Iserlohn

Aktuelle Information

Seit Freitag, 8. Mai, ist das Stadtmuseum Iserlohn wieder für Besucherinnen und Besucher geöffnet.

Die Museen in Barendorf sind aus organisatorischen Gründen nur samstags und sonntags von 11-16 Uhr geöffnet.

Am 7. Juni öffnet das Museum in Haus Letmathe wie gewohnt zwischen 10 und 12.30 Uhr, danach aus organisatorischen Gründen jedoch bis auf Weiteres nur jeweils am ersten Sonntag des Monats.

Aufgrund der Coronaschutzverordnung der Landesregierung NRW besteht in den Museumsgebäuden Maskenpflicht. Ein Desinfektionsmittelspender steht jeweils am Museumseingang bzw. in der Besucherinformation in Barendorf für Sie bereit. Bitte achten Sie auch innerhalb der Gebäude auf den Abstand von zwei Metern und befolgen Sie entsprechende Hinweise des Aufsichtspersonals.

Wir freuen uns, Sie wieder empfangen zu können!

Objekt des Monats Mai

Carl August Michael Schuchart

Das erstochene Gemälde

Historische Gemälde sind für uns heute ein Fenster in die Vergangenheit - sie stellen historische Persönlichkeiten vor und erzählen Geschichten. Manche Gemälde erleben sogar selbst Geschichte, wie das Objekt des Monats Mai: Das Gemälde, das erstochen wurde.

Das Porträt zeigt den Iserlohner Justizkommissar (Rechtsanwalt) und Stadtsyndikus Carl August Michael Schuchart (1806-1869), eine der zentralen Figuren der Iserlohner Revolution von 1848/49. Ziel der sogenannten "Märzrevolution" war eine Demokratisierung des Staatswesens und eine einheitliche Verfassung für einen bis dahin noch nicht bestehenden deutschen Staat. Schuchart vertrat politisch eine gemäßigte Position, er forderte die demokratische Mitbestimmung der Bürger in einer konstitutionellen Monarchie. 1848 gründete er in Iserlohn den "Politischen Club" und war Vertreter Iserlohns im Frankfurter Vorparlament, das eine Verfassung ausarbeiten sollte. Als es am 10. Mai 1849 - auch aufgrund der großen sozialen Unzufriedenheit - zum Sturm auf das Iserlohner Zeughaus kam, versuchte Schuchart mit einer Delegation in Münster zwischen den Aufständischen und der Obrigkeit zu vermitteln. Leider vergeblich, denn am Himmelfahrtstag 1849, dem 17. Mai, nahmen preußische Soldaten die Stadt ein und schlugen den Aufstand blutig nieder. Auf der Suche nach Schuchart, dem angeblichen Rädelsführer der Revolution, stürmten sie sein verwaistes Wohnhaus, zerschlugen Mobiliar und Porzellan und warfen einen Flügel aus dem Fenster. Zuletzt holten sie das Porträt des Hausherrn von der Wand, spießten es auf ein Bajonett und trugen es johlend durch die Straßen der Stadt - zahlreiche AugenzeugInnen berichteten entsetzt von diesem Schauspiel. Wenngleich die Soldaten also den Mann selbst nicht ergreifen konnten, so hatten sie doch zumindest stellvertretend sein Porträt "aufgeknüpft" und ihn dadurch öffentlich und symbolisch gedemütigt. Das Gemälde hat diese Strafaktion erstaunlich gut überstanden und wurde anschließend wieder geflickt. Der senkrechte Riss, der Schucharts Gesicht wie eine Narbe durchzieht, ist noch bis heute deutlich zu erkennen.

Das Gemälde wurde 2018 dem Stadtmuseum Iserlohn von den Nachfahren Schucharts als Dauerleihgabe zur Verfügung gestellt und ist in der Dauerausstellung zur Revolution von 1848/49 zu sehen. Es hängt nun in jenem Gebäude, dessen Erstürmung 1849 den Racheakt der preußischen Soldaten erst ausgelöst hatte, und in dem Schuchart nach der Revolution mehrere Monate gefangen gehalten wurde.

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In drei markanten denkmalgeschützten Räumlichkeiten wird die vielfältige Kultur-, Industrie- und Stadtgeschichte Iserlohns hautnah erlebbar:

  • Eines der bedeutendsten Barockgebäude Iserlohns beherbergt das Stadtmuseum.
  • Der ehemalige Adelssitz Haus Letmathe präsentiert im Obergeschoss eine Ausstellung zur Alltags- und Handwerksgeschichte.
  • Die Historische Fabrikanlage Maste-Barendorf gilt mit dem Nadelmuseum und der Haarnadelfabrik als bedeutender industriekultureller Standort und ist zudem als Künstlerdorf weit über die Grenzen Iserlohns bekannt.

Weiterhin betreut das Stadtmuseum den ehemaligen Luftschutzstollen Altstadt am Fritz-Kühn-Platz, unterhalb der Obersten Stadtkirche.

Stadtmuseum Iserlohn
Stadtmuseum Iserlohn
Fritz-Kühn-Platz 1
58636 Iserlohn
Historische Fabrikanlage Maste-Barendorf
Historische Fabrikanlage Maste-Barendorf
Baarstraße 220 - 226
58636 Iserlohn
Städtisches Museum Haus Letmathe
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Hagener Straße 62
58642 Iserlohn
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