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Eine Ausstellung des Kreismuseums Peine in enger Kooperation mit dem Stadtmuseum Iserlohn

1. Oktober 2020 bis 24. Januar 2021

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Objekt des Monats Januar

Stadtansicht Iserlohns von Johann Gustav Lange

Der Sammlungsbestand der Iserlohner Museen ist reich an Stadtansichten – von bekannten und weniger bekannten Malern, aus unterschiedlichen Perspektiven und in mannigfaltigen Stilen. Ein Gemälde von besonderer Qualität ist die um 1835 entstandene Stadtansicht Iserlohns von Westen. Es wurde wahrscheinlich von Johann Gustav Lange (1811–1887) aus der Düsseldorfer Malerschule geschaffen, der auch im heutigen Hohenlimburg tätig war. Seine Arbeit ist stark durch den Akademieleiter Johann Wilhelm Schirmer geprägt, der der Landschaftsmalerei im spätromantischen Kunstverständnis zu neuer Blüte verhalf. Daher ist die idealisierte Stadtsilhouette hier in eine Landschaft mit saftigen Wiesen und Wegen im Vordergrund eingebettet, überwölbt von einem durch Wolken belebten Himmel.

Als markantes Wahrzeichen der Stadt ragt die Oberste Stadtkirche in der rechten Bildhälfte heraus, während von der Bauernkirche nur der Turm vom ehemals unteren Kirchplatz hervorlugt. Im linken Bildteil überragt das markante Dach des Scheiblerschen Hauses die Stadtsilhouette. Direkt davor ist das Gartenhaus an der Baarstraße, das sich zwischen der Hauptpost und der Schauburg befand, zu sehen. Massiv erheben sich hinter dem Stadtzentrum der Mühlenberg sowie Teile des Stucken- und Fröndenbergs. Doch statt dicht bewaldet malte Lange diese Hügel völlig kahl, nur auf vereinzelten Wegen sind Spaziergänger zu sehen. Lange zeigt hier unbeabsichtigt realistisch den Raubbau an der Natur. Sowohl die Wohnhäuser als auch die Fabriken benötigten Brennholz, das bereits gegen Ende des Mittelalters rund um die heutige „Waldstadt“ stark dezimiert wurde. Die säurehaltige Luft aus den Messing- und Zinkfabriken beschleunigte das Waldsterben im 19. Jahrhundert. Der heutige Waldbestand stammt aus der Wiederaufforstung um 1900 und ist weder natürlich noch ursprünglich.

Die Stadtansicht präsentiert das biedermeierliche Ideal einer geordneten Stadt, in der jeder Mann, jede Frau und jedes Kind um seinen Platz in der Gesellschaft weiß und die Regeln des eigenen Standes einhält. Eine realistische Darstellung der Stadt, wie sie um 1840 ausgesehen haben muss, zeigt das Gemälde nicht: Über den pittoresken Dächern der Gebäude müssten eigentlich zahlreiche Fabrikschornsteine rauchen – Iserlohn war im 19. Jahrhundert eine Industriestadt mit zahlreichen kleinen Fabriken und Handwerksbetrieben, direkt angeschlossen an die städtischen Wohnhäuser. Stattdessen präsentiert Lange eine bürgerliche Wohnidylle mit grünen Wiesen vor der Stadt, an denen entlang das Bürgertum flanieren kann. Im Vordergrund ist zudem eine bäuerliche Kleinfamilie zu sehen – der Bauer ist an der Sense zu erkennen, nicht an der harten Feldarbeit.

Das Gemälde ist ein Zeugnis Iserlohner Stadtgeschichte in zweierlei Hinsicht – es zeigt sowohl das Idealbild einer bürgerlichen Stadt im Biedermeier als auch die Schattenseiten der städtischen Industriegeschichte, versteckt in der idealisierenden Landschaftsmalerei.

Gesund ins Neue Jahr!

Das Neue Jahr beginnt für viele Menschen mit guten Vorsätzen und etliche davon betreffen die Ernährung. Weniger Alkohol, weniger Fett, weniger Fleisch … und dann?

Der Schweizer Arzt Dr. Maximilian Bircher-Benner (1867-1939), bis heute bekannt durch das Bircher-Müsli, gilt als Begründer der „Vollwertkost“. Seine Schwester Alice Bircher (1879-1916), hauswirtschaftliche Leiterin seines Züricher Sanatoriums „Lebendige Kraft“, veröffentlichte 1906 das Kochbuch „Diätetische Speisezettel und fleischlose Kochrezepte“, von dem sich ein Exemplar der Erstauflage im Stadtmuseum Iserlohn befindet.

Grundsätzlich sollte nach Ansicht Dr. Bircher-Benners und seiner Schwester nur eine warme Mahlzeit am Tag verzehrt werden. Für Frühstück und Abendessen empfahl man „Diätspeise, Brot, Butter, Mandeln, Nüsse; zur Auswahl eine Tasse rohe Milch, gekochte Milch, saure Milch, Hagebuttentee oder Apfeltee; Früchte“. Wie der Rest des Jahres kulinarisch abwechslungsreich und dennoch den diätetischen Vorstellungen Dr. Bircher-Benners entsprechend zu planen war, zeigt das Kochbuch. 365 Menüvorschläge für die warme Mahlzeit des Tages, in der Mehrzahl fleischlos, sowie die dazugehörenden Rezepte mit schonenden Koch- und Garvorschlägen runden das interessante Werk ab.

All denen, die nun mit guten Vorsätzen ringen, möchten wir mit der von Alice Bircher 1906 empfohlenen Speisefolge für den 2. Januar Appetit machen (PDF zum Herunterladen). Wir wünschen Ihnen viel Vergnügen beim Nachkochen und ein gesundes Neues Jahr.

In drei markanten denkmalgeschützten Räumlichkeiten wird die vielfältige Kultur-, Industrie- und Stadtgeschichte Iserlohns hautnah erlebbar:

  • Eines der bedeutendsten Barockgebäude Iserlohns beherbergt das Stadtmuseum.
  • Der ehemalige Adelssitz Haus Letmathe präsentiert im Obergeschoss eine Ausstellung zur Alltags- und Handwerksgeschichte.
  • Die Historische Fabrikanlage Maste-Barendorf gilt mit dem Nadelmuseum und der Haarnadelfabrik als bedeutender industriekultureller Standort und ist zudem als Künstlerdorf weit über die Grenzen Iserlohns bekannt.

Weiterhin betreut das Stadtmuseum den ehemaligen Luftschutzstollen Altstadt am Fritz-Kühn-Platz, unterhalb der Obersten Stadtkirche.


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