Herzlich willkommen auf der Homepage der Städtischen Museen Iserlohn

Aktuell im Stadtmuseum

Hinter den Kulissen
Einblicke in die Museumssammlung

5. Juli bis 4. September 2022

Weitere Informationen finden Sie hier.

Demnächst in Barendorf

Rabenschwarze Nachtgeschichten

Ein gruselig-humorvoller Parkspaziergang mit Edgar A. Poes Rabe

Markus Veith bringt in Kooperation mit Melange e.V. die Literatur in den Garten der Historischen Fabrikanlage.

Sonntag, 21. August um 17:30 Uhr und 20:00 Uhr

Mehr Infos finden Sie hier.

 

Objekt des Monats Juli

Tabaksdose mit doppeltem Boden

Die berühmten Iserlohner Tabaksdosen haben einen besonderen Stellenwert im Sammlungsbestand des Stadtmuseums. Neben den Dosen mit Iserlohner Herkunft sammeln wir aber auch andere Messingdosen aus dem 18. Jahrhundert. Dazu gehört eine auf den ersten Blick unspektakuläre Tabaksdose im bekannten länglichen Format aus den Niederlanden. Neben einem zentralen Bildmotiv auf dem Deckel und Boden ist sie auch mit üppigen Rocaille-Elementen verziert.

Die gravierte Szene auf dem Deckel zeigt die biblische Geschichte von Elias aus dem zweiten Buch der Könige (2 Kön. 2,23f.). Dieser hat 42 Knaben, die ihn verspotteten, im Namen des Herrn verflucht, woraufhin zwei Bären aus dem Wald kamen und alle 42 Jungen zerrissen.  Das Bild ist mit der Inschrift „De Goddelyke straffe“ (Die göttliche Strafe) kommentiert.
Die Abbildung auf dem Boden ist dem Bischof Hubertus von Lüttich, dem Schutzheiligen der Jäger, gewidmet. Sie zeigt die Bekehrung des Erzbischofs und leidenschaftlichen Jägers im Wald. Der Legende enstpsrechend erschien Hubertus bei der Jagd ein Kruzifix im Geweih eines Hirsches, woraufhin er der Jagd abschwor. Die Szene zeigt den Hirschen und einen knieenden Reiter mit Pferd und Hund.

Öffnet man die Dose, fallen 12 untypische Nieten in Deckel und Boden ins Auge. Sie zeigen, dass diese Dose eine Überraschung bereithält, denn sowohl die Bildplatte des Deckels als auch die des Bodens lässt sich nach rechts verschieben. Darunter kommen aus dem Messing herausgestanzte Bildergeschichten zu Tage. Sie beinhalten jeweils zwei Szenen, die während des Aufschiebens von links nach rechts sichtbar werden.
Das verdeckte Motiv des Deckels zeigt in der ersten Szene eine winkende Frau und ein Boot mit zwei Fischern. In der zweiten Szene sitzt nur noch ein Mann im Boot, der sich empört nach seinem Partner umsieht. Dieser ist jedoch mit der Dame in eine eindeutige Umarmung versunken.
Die Bildergeschichte des Bodens zeigt einen mit Pfeil und Bogen ausgerüsteten Amor, der ein Liebespaar beobachtet. Auf einem Tisch stehen eine Karaffe und ein Glas. Vor der Tür des Hauses patroulliert ein Wachmann mit Gewehr. Im zweiten Bild trägt eine Frau einen Mann auf ihren Schultern fort, was an die Legende der „Treuen Weiber vom Weinsberg“ aus dem Jahr 1140 erinnert.

Während einige Messingdosen die „galanten“ und amorösen Geschichten offen präsentieren, sind diese als schlüpfrig geltenden Szenen hier hinter biblischen Darstellungen versteckt und vermitteln durch die Verheimlichung eine noch größere Brisanz sowie Freude bei der Entdeckung. Wie häufig Dosen mit doppeltem Boden erhalten sind, ist bisher unbekannt. Wir freuen uns über Hinweise von Sammlern, die ähnliche Stücke besitzen.

 

In drei markanten denkmalgeschützten Räumlichkeiten wird die vielfältige Kultur-, Industrie- und Stadtgeschichte Iserlohns hautnah erlebbar:

  • Eines der bedeutendsten Barockgebäude Iserlohns beherbergt das Stadtmuseum.
  • Der ehemalige Adelssitz Haus Letmathe präsentiert im Obergeschoss eine Ausstellung zur Alltags- und Handwerksgeschichte.
  • Die Historische Fabrikanlage Maste-Barendorf gilt mit dem Nadelmuseum und der Haarnadelfabrik als bedeutender industriekultureller Standort und ist zudem als Künstlerdorf weit über die Grenzen Iserlohns bekannt.

Weiterhin betreut das Stadtmuseum den ehemaligen Luftschutzstollen Altstadt am Fritz-Kühn-Platz, unterhalb der Obersten Stadtkirche.


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