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Tabaksdosen digital

Stadtmuseum Iserlohn stellt ersten Sammlungsbestand online

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Objekt des Monats Mai

Milchkanne aus Geschosshülse

Am 8. Mai 1945 endete der Zweite Weltkrieg und damit auch die Herrschaft der Nationalsozialisten in Deutschland. Die Stadt Iserlohn wurde schon am 16. April 1945 an die US-amerikanischen Soldaten übergeben. Damit begann eine Phase des Übergangs, die vor allem durch die Beseitigung der schlimmsten Kriegsschäden und Hunger geprägt war.

Bis zum Ende des Krieges hatte die deutsche Industrie unter dem Druck der Regierung mit voller Kraft militärische Produkte für den Einsatz im Krieg hergestellt. Auch die überwiegend metallverarbeitende Iserlohner Industrie hatte viele kriegswichtige Erzeugnisse im Sortiment und dafür die Produktion für den zivilen Bedarf zurückgestellt. Nach dem Krieg war die Grundversorgung der Bevölkerung praktisch eingebrochen, die Siegermächte fuhren auch die industrielle Produktion im Land herunter – ein erster Schritt zur „Entmilitarisierung“ der Besatzungszonen. Rohstoffknappheit, zerstörte Betriebe und die politisch stark beschränkte Mobilität sorgten für eine Situation, in der es praktisch an allem mangelte.

In dieser Lage waren Erfindergeist und Improvisation überlebensnotwendig. Die noch reichlich vorhandenen halbfertigen Kriegsprodukte und Produktionsreste in den Fabrikhallen wurden für den alltäglichen Bedarf umfunktioniert: Fallschirme und Zelte wurden zu Jacken und Rucksäcken, Flugzeugkanzeln zu Autoteilen, Waffenteile und militärische Ausrüstungen zu Küchengeräten. Die Iserlohner Firmen Vollmann & Schmelzer sowie Heinrich Hülter jr. stellten Küchensiebe aus Stahlhelmen her, großkalibrige Geschosshülsen von Panzern und Schiffskanonen wurden zu Milchkannen. Aus den Metallresten der Rüstungsproduktion fertigte die Firma Hülter ab 1948 sogar Kinderspielsachen, der Metallbaukasten Staba Constructor (in 6 Größen) wurde in Iserlohn bis 1954 produziert.

 

In drei markanten denkmalgeschützten Räumlichkeiten wird die vielfältige Kultur-, Industrie- und Stadtgeschichte Iserlohns hautnah erlebbar:

  • Eines der bedeutendsten Barockgebäude Iserlohns beherbergt das Stadtmuseum.
  • Der ehemalige Adelssitz Haus Letmathe präsentiert im Obergeschoss eine Ausstellung zur Alltags- und Handwerksgeschichte.
  • Die Historische Fabrikanlage Maste-Barendorf gilt mit dem Nadelmuseum und der Haarnadelfabrik als bedeutender industriekultureller Standort und ist zudem als Künstlerdorf weit über die Grenzen Iserlohns bekannt.

Weiterhin betreut das Stadtmuseum den ehemaligen Luftschutzstollen Altstadt am Fritz-Kühn-Platz, unterhalb der Obersten Stadtkirche.


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