Herzlich willkommen auf der Homepage der Städtischen Museen Iserlohn

Aktuelle Information

Die Städtischen Museen freuen sich, nach über sieben Monaten wieder für Besucher öffnen zu können:

  • Stadtmuseum ab 15.6.21
  • Nadelmuseum und Haarnadelfabrik in Barendorf ab 19.6.21
  • Museum Haus Letmathe ab 4.7.21

Es sind weder ein Test noch eine Terminbuchung erforderlich! Während des Besuchs muss in allen Innenräumen ununterbrochen eine medizinische Mund-Nasen-Maske getragen werden.

Sonderausstellung im Stadtmuseum

Noch bis zum 25. Juli ist die LWL-Ausstellung "Feldbahngeschichten" zu Gast in Iserlohn. Sie beschäftigt sich mit der kleinen Schwester der Eisenbahn und ihrer Nutzung in der Industriegeschichte. Weitere Infos finden Sie hier.

 

Aktuell in Barendorf

Im Außenbereich der Historischen Fabrikanlage Maste-Barendorf ist bis zum 30. September die Ausstellung der Barendorfer Künstler "Kunst im Dorf" jederzeit und kostenfrei zu besichtigen. Weitere Informationen finden Sie hier.

Objekt des Monats Juni

Kaffeemühle

In der Sammlung des Stadtmuseums Iserlohn befinden sich zahlreiche Kaffee- und Mokkamühlen der ehemaligen Iserlohner Firma Kissing & Möllmann, darunter ein etwas ungewöhnliches Modell, das für das Mahlen der gerösteten Zichorienwurzeln geeignet war. Es diente der Herstellung von Ersatzkaffee, dem sogenannten Muckefuck.

Kaffee-Ersatz-Mischungen waren vor allem in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg weit verbreitet, als Bohnenkaffee Mangelware war. Bekannt ist bis heute der aus Getreide und aus Wurzelzichorie hergestellte Caro-Kaffee. Geröstete Zichorienwurzeln dienten im 18. Jahrhundert als Basis für Ersatzkaffee, der in Preußen selbst hergestellt werden konnte. Daher förderte König Friedrich II. den Anbau aus wirtschaftlichen Gründen und versuchte gleichzeitig, die Einfuhr von Kaffeebohnen mit hohen Zöllen zu unterbinden. In seiner 1773 veröffentlichten Schrift „Geschichte von der Erfindung und Einführung des Cichorien-Caffee“ versuchte Christian Gottlieb Förster, der 1769/70 das Privileg zur Herstellung von „Cichorien-Caffee“ erhielt, eine Lanze für das gesunde Getränk zu brechen. Der Zichorienkaffee galt jedoch als bittere Arznei, die schon geschmacklich zu stark an die seit dem Mittelalter verbreitete Heilpflanze erinnerte. Auch die Herstellung mithilfe der Kurbel-Kaffeemühlen war aufwendiger als mit der „ausländischen“ Kaffeebohne.

Die hier erhaltene Mühle war aufgrund des schweren Mahlwerks für Zichorienwurzeln geeignet, konnte aber auch Kaffeebohnen mahlen. Sie wurde in der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts in Iserlohn hergestellt, als Ersatzkaffee insbesondere für ärmere Bevölkerungsschichten keine Geschmacksfrage, sondern notwendig war. Heute ist Getreidekaffee kein Getränk für arme Leute mehr, sondern eine bewusste Entscheidung für den markanten Geschmack und die Möglichkeit, Zichorien regional beziehen oder selbst anbauen zu können. Der Pflanze selbst wird jedenfalls große Wertschätzung entgegen gebracht: 2005 wurde die zwischen Juni und Oktober himmelblau blühende Kulturpflanze „Gemüse des Jahres“, 2009 „Blume des Jahres“ und 2020 „Heilpflanze des Jahres“.

In drei markanten denkmalgeschützten Räumlichkeiten wird die vielfältige Kultur-, Industrie- und Stadtgeschichte Iserlohns hautnah erlebbar:

  • Eines der bedeutendsten Barockgebäude Iserlohns beherbergt das Stadtmuseum.
  • Der ehemalige Adelssitz Haus Letmathe präsentiert im Obergeschoss eine Ausstellung zur Alltags- und Handwerksgeschichte.
  • Die Historische Fabrikanlage Maste-Barendorf gilt mit dem Nadelmuseum und der Haarnadelfabrik als bedeutender industriekultureller Standort und ist zudem als Künstlerdorf weit über die Grenzen Iserlohns bekannt.

Weiterhin betreut das Stadtmuseum den ehemaligen Luftschutzstollen Altstadt am Fritz-Kühn-Platz, unterhalb der Obersten Stadtkirche.


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