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Aktuell im Stadtmuseum

Mythos Diva
Der Glanz weiblicher Filmstars

16. September 2022 bis 26. Februar 2023

Weitere Informationen finden Sie hier.

Iserlohn: Objekte aus aller Welt?
Herkunft unter der Lupe

Was erzählen die Gegenstände über ihre Entstehungs- und Erwerbungszeit? Wie, wo und von wem wurden sie erworben?

Die digitale Ausstellung „‘Aus fremden Erdteilen. Geschenkt v. Söhnen der Heimat‘ - Objektwege nach Westfalen-Lippe“ nimmt museale Objekte aus außereuropäischen Kontexten unter die Lupe. Die Geschichten hinter Teilbeständen von vier Museen aus Westfalen-Lippe werden hier vorgestellt.

Gemeinsam mit den beteiligten Museen – Iserlohn, Menden, Lünen und Lemgo – wurden die Sammlungen auf außereuropäische Bestände untersucht. Die Objekt- und Sammler:innenbiografien zeigen, welche unterschiedlichen Wege museale Dinge zurücklegen und das selbst in kleineren Museen – abseits von Berlin, Köln, Hamburg oder München – Objekte zu finden sind, die mit kolonialen Kontexten in Zusammenhang stehen.

Aus Iserlohn werden Souvenirs des Patenschiffs der Stadt Iserlohn aus den 1950ern sowie ein Seidenstickbild, welches aus der Ostasiatika-Sammlung des ehemaligen Kapitänsleutnants Dietrich Görke stammt, gezeigt. Mit dem Patenschiff kamen unter anderem ein Trommler aus Haiti, eine kleine silberne Glocke und eine Silberschale aus Mexiko durch den Kapitän Erich Schwarzbürger in die Stadt Iserlohn. Das Seidenstickbild aus der Sammlung Dietrich Görke kam in den 1970ern in die Museumssammlung. Solche Stickereien waren beliebte Mitbringsel und sind zum Beispiel auch in Detmold und Hagen vorhanden.

Die digitale Ausstellung können Sie hier besuchen.

Objekt des Monats November

Standuhr mit Mondphasenuhr

Im Jahr 2020 übernahm das Stadtmuseum eine Standuhr aus der Zeit zwischen ca. 1770 und 1800 als Dauerleihgabe. Sie wurde im Holländischen Stil gebaut, aus Nussbaum gefertigt und mit Messingbeschlägen verziert. Auffällig sind die Mondphasenuhr sowie die Gravierung des Ziffernblatts mit dem Namen des Uhrmachers und dem Herstellungsort „Iserlohniensis“. Bei näherem Hinsehen entpuppt sich der Iserlohnbezug als vielschichtig.

Der Uhrmacher Christoph Jacob de Weys (1743–1813) stammte aus einer Amsterdamer Uhrmacherfamilie. 1770 heiratete er in Iserlohn Catharina Maria Elisabeth, Tochter der angesehenen Kaufmannsfamilie Quincke. Dadurch war de Weys mit dem aus Hoerde stammenden Kaufmann Gottfried Cappel (1746–1808) verschwägert, dessen ältere Schwester mit dem Iserlohner Kaufmann Gerhard Quincke verheiratet worden war. Gottfried Cappel war Compagnon der Gebrüder Gerhard und Friedrich Quincke und wohnte von 1783 bis zu seinem Tod 1808 in dem Gebäude, in dem sich heute das Stadtmuseum befindet.

Schon bevor Cappel 1783 mit seiner schwangeren Frau Wilhelmine und zwei kleinen Söhnen von Hamm nach Iserlohn zog, war er als Kaufmann bereits eingebunden in das soziale Gefüge der Stadt, war Mitglied im Schützenverein und gehörte der Reformierten Gemeinde an, ebenso wie Christoph Jacob de Weys. Und so wundert es nicht, dass Cappel 1773 bereits Pate von dessen Sohn Gottfried Wilhelm de Weys wurde, jenem beliebten Iserlohner Arzt des frühen 19. Jahrhunderts, über den zahlreiche Quellen berichten.

Im Haus der Witwe Cappel ist 1815 noch eine Standuhr nachgewiesen und es ist nicht auszuschließen, dass die Familie des verstorbenen Kaufmanns eine Uhr aus der Werkstatt ihres Iserlohner Freundes besessen haben könnte. Bodenstanduhren waren im 18. Jahrhundert in Nordeuropa immerhin nicht nur beim Adel, sondern auch beim gehobenen Bürgertum als repräsentative Ausstattungsstücke sehr beliebt.

Das Wappen, welches das Gehäuse der de Weys Standuhr verziert, konnte noch nicht zugeordnet werden. Die Besitzfolge des kostbaren Stücks, das seinen Weg aus Soest zurück nach Iserlohn fand, ist nur bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts belegt. In wessen Auftrag sie erbaut wurde und wem sie zwischen 1800 und 1900 gehört haben könnte, bleibt rätselhaft.

In drei markanten denkmalgeschützten Räumlichkeiten wird die vielfältige Kultur-, Industrie- und Stadtgeschichte Iserlohns hautnah erlebbar:

  • Eines der bedeutendsten Barockgebäude Iserlohns beherbergt das Stadtmuseum.
  • Der ehemalige Adelssitz Haus Letmathe präsentiert im Obergeschoss eine Ausstellung zur Alltags- und Handwerksgeschichte.
  • Die Historische Fabrikanlage Maste-Barendorf gilt mit dem Nadelmuseum und der Haarnadelfabrik als bedeutender industriekultureller Standort und ist zudem als Künstlerdorf weit über die Grenzen Iserlohns bekannt.

Weiterhin betreut das Stadtmuseum den ehemaligen Luftschutzstollen Altstadt am Fritz-Kühn-Platz, unterhalb der Obersten Stadtkirche.


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