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Objekt des Monats März

Schusterlampe

Kugellampen oder Lampenkugeln kamen nicht erst mit der Elektrisierung auf: Schon seit dem Mittelalter waren Lampen mit Glaskugeln ein wichtiges Beleuchtungsmittel. Ihre Entstehung wird in das 12. – 13. Jahrhundert datiert.

Mit Hilfe der runden Glaskugeln, die wie Linsen wirkten, konnte mattes Sonnenlicht oder das trübe Licht von Kerzen und Öllampen gebündelt werden und den Arbeitsbereich heller ausleuchten. So konnten die Handwerker besser und länger arbeiten. Gerade Schuster gehörten in der Regel nicht zum wohlhabenden Teil der Bevölkerung. Ihre Werkstätten waren oft niedrig und dunkel, die Fenster klein und trübe, so dass eine Beleuchtung nötig war, um auch abends noch den Unterhalt für ihre Familie verdienen zu können. Insofern bürgerte sich für diese Kugeln der Name „Schusterkugel“ ein. Benutzt wurde diese sinnreiche Beleuchtungseinrichtung – ihrem Namen zum Trotz – jedoch nicht nur von Schustern, sondern auch von Schneidern, Goldschmieden, Uhrmachern oder Schreibern, also allen, die helleres Licht am Arbeitsplatz brauchten.

Im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit waren in den Wohnstätten die offenen, flackernden Holzöfen oft die einzige kümmerliche Lichtquelle; daneben wurden vor allem Kienspäne benutzt, also kleine Holzscheite aus Nadelholz, sowie tönerne Öllämpchen, die rußten und stanken. Wachskerzen dagegen waren teuer und blieben auch noch nach der Erfindung des Paraffins (im Jahr 1830 durch Karl von Reichenbach) ein Privileg der Wohlhabenden, man musste sehr sparsam damit umgehen. Erst im Laufe des frühen 19. Jahrhunderts wurden die Kerzen durch Petroleumlampen abgelöst (die Erfindung des Runddochts erfolgte erst 1854), nach 1860 durch Gaslampen (in Iserlohn versorgten die Gaswerke 1861 immerhin 4300 Flammen, inklusive der Straßenbeleuchtung) und ab 1908 in Iserlohn durch elektrische Glühbirnen.

Die Glaskugeln, die um gut zu leuchten stets penibel sauber gehalten werden mussten, konnten mit Wasser oder mit Alkohol, also Schnaps, gefüllt werden. Die mit Schnaps gefüllten Kugeln gaben angeblich den besten Schein, vor allem aber verkalkten sie nicht von innen und wurden nicht trübe. Sie verleiteten jedoch auch die Gesellen manchmal zu Unfug, denn wenn der Meister die Werkstatt verließ, wurden die ‚alkoholisierten‘ Ballons oft ein wenig geleert - und dann wieder mit Wasser aufgefüllt. Das ging so lange gut, bis die Kugel trübe wurde und der Meister etwas merkte. Der zukunfts-erhellende „Blick in die Kristallkugel“ soll übrigens in etlichen Fällen ein Blick in die (alkoholgefüllte) Schusterkugel gewesen sein.

In drei markanten denkmalgeschützten Räumlichkeiten wird die vielfältige Kultur-, Industrie- und Stadtgeschichte Iserlohns hautnah erlebbar:

  • Eines der bedeutendsten Barockgebäude Iserlohns beherbergt das Stadtmuseum.
  • Der ehemalige Adelssitz Haus Letmathe präsentiert im Obergeschoss eine Ausstellung zur Alltags- und Handwerksgeschichte.
  • Die Historische Fabrikanlage Maste-Barendorf gilt mit dem Nadelmuseum und der Haarnadelfabrik als bedeutender industriekultureller Standort und ist zudem als Künstlerdorf weit über die Grenzen Iserlohns bekannt.

Weiterhin betreut das Stadtmuseum den ehemaligen Luftschutzstollen Altstadt am Fritz-Kühn-Platz, unterhalb der Obersten Stadtkirche.


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