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Aktuell in Barendorf

Im Außenbereich der Historischen Fabrikanlage Maste-Barendorf ist bis zum 30. September die Ausstellung der Barendorfer Künstler "Kunst im Dorf" jederzeit und kostenfrei zu besichtigen. Weitere Informationen finden Sie hier.

In Kürze in Barendorf

Kein Röslein ohne Läuschen - Wilhelm Busch im Park
Sonntag, 8. August 2021 um 11 Uhr und um 14 Uhr
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Der Vorverkauf hat begonnen

DrahtSaitenAkt 2021
14. Barendorfer Klassik-Fest
Sonntag, 5. September 2021
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Objekt des Monats August

Die galante Tabaksdose

Im 18. Jahrhundert existierten für das gesellige Treffen zwischen Männern und Frauen zahllose strenge Verhaltensregeln und ungeschriebene Gesetze. Die Vorstellungen davon, wie sich ein idealer Mann und ideale Frau zu verhalten hatten, unterschieden sich noch deutlich. Die klassischen Geschlechterrollen geben dem Mann den aktiven, beschützenden Part und der Frau die Rolle der sittsamen und wohlerzogenen Jungfrau. Zahlreiche Romane, Gedichte, Abhandlungen, Kupferstiche und Zeichnungen geben über das Kennenlernen von Mann und Frau in der Frühen Neuzeit Auskunft, darunter auch derbe Karikaturen.

Die galante Liebe ist auch das Thema des Objekts des Monats August. Es handelt sich um eine gravierte Messing-Tabaksdose aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts von einem unbekannten Hersteller. Es ist nicht auszuschließen, dass die Dose aus einer Iserlohner Werkstatt stammt.

Auf dem Deckel sind vier Menschen bei hellem Sonnenschein in einem Garten zu sehen, zwei Männer sitzend (rechts) und ein spazierendes Paar (links). Durch ein Gartenbauwerk mit Öffnungen führt der Blick auf eng zusammenstehende Hecken oder Lebensbäume. Sie lassen an ein Labyrinth denken, das Synonym für verschwiegene Treffpunkte.
Auf der Unterseite der Dose ist ein Text eingraviert, der auf das Bild Bezug nimmt:

Also leb ich in der Welt / wo ich mit der vernunft belache /
was man oft vor heilig hält / Den ich prüfe jede Sache /
wie sie in die Sinne falt / also leb ich in der Welt

Inhaltlich bilden Deckel-Bild und Boden-Spruch eine Einheit. Erst durch die Anspielungen des Textes eröffnet sich dem Betrachter die erotische Botschaft der unschuldigen Szene. „In die Sinne fallen“ bedeutete im 18. Jahrhundert „wahrnehmen“ oder „merken“. Der Sprecher prüft jede Sache, derer er gewahr wird, also auch die Frauen. Er belacht, was andere für heilig halten und stellt sogar die gesellschaftlichen Verhaltensregeln in Frage, denn er bedient sich der Vernunft. Damit ist diese Szene auch ganz eindeutig in die Phase der Aufklärung einzuordnen, in der die Vernunft zur bedeutendsten Tugend erhoben wurde.

Der Erzähler im Gedicht der Inschrift inszeniert sich hier als Freigeist, der althergebrachte Konventionen belächelt und mithilfe der Vernunft sein Leben gestaltet. Bezugnehmend auf die Szene des Spaziergangs in der Natur glorifiziert er auch die geschickte Verführung einer Dame, deren moralische Sittlichkeit er durch logisches Denken ins Wanken bringt.

Bevor die Tabaksdosen im Siebenjährigen Krieg zu Propagandamedien wurden, waren sie häufig mit Alltagsszenen illustriert, die den Genuss des Tabakkonsums mit anregenden Szenen über Geselligkeit, Liebeswerben und Trinkgelage verbanden.

In drei markanten denkmalgeschützten Räumlichkeiten wird die vielfältige Kultur-, Industrie- und Stadtgeschichte Iserlohns hautnah erlebbar:

  • Eines der bedeutendsten Barockgebäude Iserlohns beherbergt das Stadtmuseum.
  • Der ehemalige Adelssitz Haus Letmathe präsentiert im Obergeschoss eine Ausstellung zur Alltags- und Handwerksgeschichte.
  • Die Historische Fabrikanlage Maste-Barendorf gilt mit dem Nadelmuseum und der Haarnadelfabrik als bedeutender industriekultureller Standort und ist zudem als Künstlerdorf weit über die Grenzen Iserlohns bekannt.

Weiterhin betreut das Stadtmuseum den ehemaligen Luftschutzstollen Altstadt am Fritz-Kühn-Platz, unterhalb der Obersten Stadtkirche.


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