Pressemitteilung der Stadt Iserlohn

Förderbescheide für neues Projekt der Digitalen Modellregion NRW

Millionenförderung für ein zukunftsweisendes Projekt: Wirtschafts- und Digitalminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart hat am Donnerstag, 28. Mai, gemeinsam mit Thorsten Schick, MdL und Vorsitzender des Ausschusses Digitalisierung und Innovation des Landtages NRW im Beisein der Landtags-Vizepräsidentin Angela Freimuth insgesamt vier Zuwendungsbescheide mit einem Gesamtvolumen von 2,7 Millionen Euro an das Projektkonsortium des Gemeinschaftsprojektes „a-BUS Iserlohn – New Mobility Lab“ übergeben. Für die Konsortialpartner nahmen Prof. Dr. Andreas Nevoigt (Fachhochschule Südwestfalen), Stefan Janning, Prokurist bei der Märkischen Verkehrsgesellschaft, der Beigeordnete Martin Stolte (Stadt Iserlohn) sowie Stadtwerke-Geschäftsführer Reiner Timmreck die Förderbescheide entgegen.

„Es macht mich stolz, dass Iserlohn ein Projekt mit einer solchen Strahlkraft nun umsetzen kann und hiermit ein Brückenschlag zwischen dem Iserlohner Bahnhof und dem Campusgelände der Fachhochschule Südwestfalen erfolgt. Mit Blick auf die vielen Automobilzulieferer in unserer Region handelt es sich bei dem autonomen Fahren um ein wichtiges Zukunftsthema für die Menschen, die Wirtschaft und die Stadt. Im Rahmen der Übertragbarkeit können auch weitere Städte und Regionen von diesem innovativen Projekt profitieren“, bringt der erste stellvertretende Bürgermeister der Stadt Iserlohn Thorsten Schick seine Freude über die Förderung zum Ausdruck.

Bei dem hoch innovativen Projekt „a-BUS Iserlohn – New Mobility Lab“ wird ein fahrerloses, elektrisches Transportsystem mit zwei Fahrzeugen eingesetzt, welches einen bedarfsorientierten „On-Demand“-Transport für die Fahrgäste ermöglicht. Hierzu wird ein auf deutschen Straßen bereits zugelassenes, automatisiertes Bussystem mit batterieelektrischem Antrieb eingesetzt. Die vollautomatisiert fahrenden Kleinbusse werden auf der rund 1,5 Kilometer langen Teststrecke zwischen dem Iserlohner Stadtbahnhof und dem Campus der Fachhochschule Südwestfalen verkehren.

Die Fahrstrecke wird mit Infrastruktur zur Datenkommunikation, zur Energieversorgung der Busse und zur Nutzerinformation ausgerüstet. Hierzu wird zum einen ein drahtloses Kommunikationssystem für die Datenkopplung der Busse inklusive Anbindung der Leitstelle aufgebaut, zum anderen werden Ladesäulen in Kooperation mit den Projektpartnern an passenden Punkten im Haltestellenbereich entlang der Strecke sowie im Betriebshof der MVG in Iserlohn installiert. Zudem soll eine Bus-Leitstelle mit Zustandsüberwachung der Busse, ein lernendes System zur optimalen Betriebsführung der Busflotte sowie ein Haltestellendesign mit Infotainmentsystem realisiert werden.

In einer Erprobungsphase wird der Fahrbetrieb zunächst mit nur einem Fahrzeug aufgenommen, um Schwachpunkte des automatisierten Fahrens identifizieren und Optimierungen vornehmen zu können. Mit dem anschließend erfolgenden Einsatz des zweiten Fahrzeuges wird dann ein praxisnaher Regelbetrieb auf der Teststrecke zwischen dem Iserlohner Stadtbahnhof und dem Campus der Fachhochschule Südwestfalen simuliert. Am Ende des Projektes steht ein „Werkzeugkasten“, der die technischen und wirtschaftlichen „Werkzeuge“ enthält, um ein autonom fahrendes Busangebot zu realisieren. Begleitend dazu entsteht ein Leitfaden, der die städtebaulichen Aspekte betrachtet und Empfehlungen zur Umsetzung bereitstellt.

Das Projekt schafft wichtige Entscheidungsgrundlagen für Politik, Verwaltung, Betreiber der öffentlichen Infrastruktur und Nahverkehrsunternehmen. Die im Projekt gewonnen Erfahrungen und Erkenntnisse sollen auf eine Vielzahl von weiteren Anwendungsfällen in Iserlohn sowie anderen Kommunen und Regionen übertragen werden. Die Mobilität von morgen für die Stadt von morgen muss bereits heute entwickelt und geplant werden, um für die Zukunft gut aufgestellt zu sein.

Hintergrundinformation:
Im Rahmen des Programms „Digitale Modellregionen NRW“ unterstützt die Landesregierung Nordrhein-Westfalen die Regionen um Aachen, Gelsenkirchen, Paderborn, Soest und Wuppertal mit Fördergeldern in Höhe von rund 91 Millionen Euro. Ziel ist es, die Digitalisierung hiermit voranzutreiben und die ausgewählten Kommunen und Regionen zu unterstützen, damit sie ihre Verwaltung schneller digitalisieren, Bürgerinnen und Bürgern sowie Unternehmen attraktive Angebote unterbreiten und mit der Wirtschaft innovative Projekte zur Stadtentwicklung umsetzen. Besonders wichtig ist die Übertragbarkeit der regional entwickelten Projekte auf andere Regionen. Alle Modellregionen sollen von den Erfahrungen und Erkenntnissen der anderen Regionen profitieren können, Doppelstrukturen werden so vermieden. In Nordrhein-Westfalen wurden bis jetzt 55 Projekte mit einem Fördervolumen von 62 Millionen Euro gestartet.

Zuwendungsbescheide für „A-Bus Iserlohn“ / © MWIDE/Hermenau
Wirtschafts- und Digitalminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart (M.), Landtagsabgeordneter Thorsten Schick (l.) und Vize-Landtagspräsidentin Angela Freimuth mit den Projektpartnern von „a-BUS Iserlohn“.